
Denkmalpflege stiftet Gemeinschaft, weil Denkmale vertraute Orte, öffentliche Räume und gemeinsame Bezugspunkte im Alltag schaffen:
Es ist interessant, zu beobachten, welche Treffpunkte Menschen wählen, wenn sie sich verabreden. Vor dem familiengeführten Geschäft, das es seit Jahrzehnten gibt. Auf dem Marktplatz, eingerahmt von wunderschönen Fachwerkbauten. Im Schatten der alten Kirche. An der Bibliothek, mutig gebaut als modernes Gebäude aus den Trümmern der Nachkriegszeit. In der historischen Parkanlage. Denkmäler sind Inseln innerhalb der Zentren. Konstanten
in einer flüchtigen Welt. Egal, wo wir uns hinbewegen, sie helfen uns, ein Gefühl für unsere Umgebung zu behalten. Sie schaffen Ankerpunkte im Alltag. Eine hohe Lebensqualität.
Nicht umsonst zieht es Menschen aus aller Welt an Orte, die auch reich an Baukultur sind. In denen alte Handwerksbetriebe die
Nachbarschaft beleben. Weil wir eine große Sehnsucht danach haben, zu bewahren, was unsere Kultur bereichert hat, was über Jahrzehnte und Jahrhunderte gewachsen ist. Entstanden aus der Vorstellungskraft und dem Ideenreichtum ganzer Generationen. Ein geschütztes Bauwerk funktioniert in diesem Sinne wie ein kulturelles Gedächtnis unserer Zivilisation, gefüllt mit Erinnerungen und Träumen der Menschen, die uns vorausgingen. So geben
Denkmäler Orten eine Ausstrahlung, einen Charakter, eine Identität. Sie sind auf vielen Ebenen Ausdruck von Vielfalt: der Architektur, der Formen des menschlichen Zusammenlebens, des Denkens und Planens. Wie öde wäre es, wäre alles gleich gebaut?
Ein Denkmal zeigt: Alles von Wert bleibt, wenn wir uns dafür einsetzen. Das gilt für Städte, aber auch für Dörfer, die durch die Umnutzung von Denkmälern revitalisiert werden können. Unsere
Plätze und Straßen, Dörfer und Städte, Häuser und Wohnungen bilden unseren Lebensraum, den wir selbst entworfen haben, den wir immer weiter gestalten können. Zukunft kann man sich verbauen. Was wollen wir künftig sehen, wenn wir uns umschauen?